Responsive Gesundheitskommunikation für "impfen60+"
                           
Gesundheit
impfen60+
2016-2018
InfectControl
www.infectcontrol.de

• Qualitative Erhebung
• Ideation
• Kampagne
• Unterstützung bei den laborexperimentellen Studien
• Herstellung
• Kampagnenmanagement
• Monitoring Nutzung

Mit einer gemeinsamen Pressekonferenz wurde am 25. September 2017 (Erfurt) unter der Schirmherrschaft der Thüringer Ministerin für Gesundheit, Frau Heike Werner (DIE LINKE) von den Projektpartnern aus impfen60+ sowie Herrn Prof. Axel Brakhage InfectControl 2020 die Informations-Kampagne impfen60+ 🢒thüringen-impft.de gestartet.

Worum geht es?
Die Grippe- und Pneumokokken-Impfungen senken Influenza- und Pneumokokkenassoziierte Erkrankungen. Sie minimieren das Risiko eines Krankenhausaufenthaltes bei Menschen über 60 Jahren und reduzieren das Risiko einer lebensbedrohlichen Sepsis. Dessen ungeachtet ist die Impfquote von Menschen über 60 Jahren in Thüringen, wie auch in Deutschland, zu niedrig. In Thüringen sind nur ca. 45 % der 60–70-Jährigen gegen Grippe geimpft und wesentlich weniger Thüringer sind durch eine Impfung gegen Pneumokokken geschützt. Ziel des Verbundprojektes ist es, die Influenza- und Pneumokokken-Impfquote zu steigern, Sepsis-Wissen zu verbessern und in der Folge die Anzahl der lebensbedrohlichen Fälle einer Sepsis zu reduzieren. Dazu werden sowohl die Impfquoten erhoben, der Wissensstand vor, während und nach den Interventionen repräsentativ in der Zielgruppe in Thüringen erfragt, als auch die möglichen Effekte auf die Krankheitslast und Krankenkassenabrechnungsdaten evaluiert.

Was macht die Lindgrün GmbH?

Die Lindgrün GmbH hat die Informationskampagne federführend konzipiert und die Content-, Usability-, und Visual-Strategie entwickelt und umgesetzt. Zusätzlich wurde ein digitales Bestellsystem entwickelt, das eine fundierte Evaluation erlaubt. Während der Projektlaufzeit werden digitale Analytics eingesetzt.
Für die Lindgrün GmbH steht „Behavioral Design – Design als Mittel zur Verhaltensänderung“ im Fokus. Ziel ist es zu erkennen, ob wissenschaftlich fundiert aufbereitete Medien zu einer Verhaltensänderung beitragen können und wenn ja, welche Artefakte und Elemente einer Informationskampagne dazu beitragen.

„Für das Plus im Leben. Impfen schützt.“ Unter dieses positive Motto hat die Lindgrün GmbH die Informationskampagne gestellt. Denn das ist Impfen in erster Linie: Eine Tat, die mit extrem kleinem Risiko kostenlos ein wesentlich größeres Risiko für sich und die Gemeinschaft reduziert. Die Gesundheit, nicht nur von Kindern, sondern auch und gerade von Älteren, ist ein schützenswertes Gut – dies zu vermitteln ist der Grundgedanke und die Intention der Informationskampagne. Dabei sind klare Worte nötig. Nicht-Impfen gefährdet. Die Vermittlung des Risikos einer Sepsis – die fast immer mit einer Behandlung auf der Intensivstation einhergeht – steht dem Aufzeigen der Möglichkeit des besseren Schutzes durch Impfungen gegenüber. Aber auch die Risiken des Impfens aufgrund von Nebenwirkungen werden thematisiert und häufig vorhandene Falschinformationen zurechtgerückt. Bei der Entwicklung von impfen60+ stand daher der Mensch mit seinen Bedürfnissen, Wünschen und Möglichkeiten im Mittelpunkt. So wurden alle Medien stark auf die Seh- und Wahrnehmungsgewohnheiten der Zielgruppe ausgerichtet. Alle Aspekte der Wahrnehmung wurden dabei berücksichtigt. Einbezogen wurden Typografie (Schriftbild, Schriftgröße, Spationierung oder Zeilenabstand), die visuelle Risikowahrnehmung von Graphiken, Geschwindigkeit von Animationen, das gesprochene Wort im Radiospot und die Usability jedes Mediums: Die Nutzerin und der Nutzer stehen im Mittelpunkt dieser Medien, vom Flyer über die Medienbeileger, Radiospots und Plakate bis hin zur Buswerbung.

Mit diesem Ansatz entstand eine Webseite, www.thüringen-impft.de, die dem Universal-
Design-Gedanken folgt. Durch Methoden des User Centered Design Ansatzes sowie in mehreren Nutzertests wurde die Webseite optimiert und am 25.09.2017 gelauncht.

Aus der Forschungsarbeit, geleistet durch die Universität Erfurt, Frau Dr. Cornelia Betsch (Psychologie) und Frau Prof. Constanze Rossmann (Kommunikation) und die Lindgrün GmbH (Behavior Design) resultierte eine Informations-Kampagne, die …
  • auf die möglichen Fragen und Vorbehalte der Bürger und Bürgerinnen Thüringens in verständlichen, validen und nutzerfreundlichen Informationen zum Thema Impfen eingeht,
  • durch eine Einbindung von Ärzten und Ärztinnen, Betriebs- und Werksärzten, Apothekern 
 und Apothekerinnen direkt über vertrauenswürdige Informationsquellen an die Bürger 
 und Bürgerinnen herantritt (Hyper-Localization),
  • über klassische Medien auf das Thema impfen60+ und die Webseite hinweist, z.B. über 
 das Radio mit emotionalen kurzen Werbespots, Out-of-Home und Pressearbeit.

Vorgehen
Der Startschuss fiel im Herbst 2016 mit einer repräsentativen Befragung in Thüringen in der Zielgruppe 60+, aufgesetzt und evaluiert von den Teams von Frau Dr. Betsch und Frau Prof. Rossmann. Ihre Ergebnisse förderten zutage, welche möglichen Gründe für das Nicht-Impfen, welche Mythen oder Falschinformationen in der Altersgruppe 60+ bestehen. Aber auch, welche Faktoren zur Stärkung der Impfbereitschaft beitragen können. Als ein Hebel, an dem man ansetzen kann, hat sich beispielsweise der Gemeinschaftsschutz erwiesen. Zusätzlich wurde das wie & wo der Informationsaneignung erhoben.

 Diese Daten wurden durch die Lindgrün GmbH mit soziodemografischen Daten unterfüttert, sowie von einer detaillierten Analyse der altersabhängigen Impfraten (Robert Koch-Institut) und mündeten in eine Persona-Entwicklung und Kommunikationsstrategie durch die Lindgrün GmbH.

Wie wird die Studie evaluiert?
Die Verbundstudie basiert auf der These, dass anhand psychologischer und kommunikativer Modelle sowie der Design-Methodik der Lindgrün GmbH und den wissenschaftlichen Grundlagen aus diesen drei Froschungsfeldern das Impfverhalten verbessert und das Sepsis-Wissen gesteigert werden kann.
In repräsentativen Befragungen werden vor, während und nach der Intervention das Wissen und die Einstellungen erhoben. Ergänzt werden diese durch die jährliche Impfquote, die durch das Robert Koch-Institut erfasst wird. 


Wie wird die Studie finanziert?

Impfen60+ ist unabhängig von der Pharmaindustrie und wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als Teil der Forschungsinitiative InfectControl2020 im Rahmen von Unternehmen der Region 2020. Die Lindgrün GmbH ist Forschungspartner mit dem Schwerpunkt: Nutzer- und Nutzerinnen-zentriertes Design.

Beteiligte Verbundpartner sind:
  • Universität Erfurt
    PD. Dr. Cornelia Betsch (Verbundkoordination) – Psychologie
    Prof. Dr. Constanze Rossmann – Kommunikationswissenschaften
  • Universitätsklinikum Jena
    Prof. Dr. Konrad Reinhart – Center for Sepsis Control and Care
    Prof. Dr. Horst Christian Vollmar – Institut für Allgemeinmedizin
    Prof. Dr. Mathias Pletz – Zentrum für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene
  • Robert Koch-Institut
    Dr. Ole Wichmann – Fachgebiet 33, Impfprävention
    Julia Neufeind – Abt. für Infektionsepidemiologie/Impfprävention
  • Lindgrün GmbH
    Wolfgang Hanke – Geschäftsführung



Pressekontakt:
impfen60+ // lindgrün GmbH
Design Direction
Regina Hanke
Telefon: 030 - 399 03 400
Mobil: 0151 58767930
E-Mail: r.hanke[a]lindgruen-gmbh.com


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